Künstlerkolonie
Holzhausen am Ammersee

Seit Ende des 19. Jahrhunderts lebten und wirkten in Holzhausen am Ammersee mehr als 50 Künstler. Wir erzählen ihre Geschichten und zeigen ihre Kunstwerke.
Lesen Sie die Einleitung hier.

Geschichten

Zeichenkunst als Weg in die Moderne um 1900 am Beispiel von Eduard ThönySucht man die Moderne am Beginn des 20. Jahrhunderts, so findet man sie in Deutschland in den Zeichnungen für die „Jugend“ und den „Simplicissimus“. Während die Malerei in Tradition und Idealisierung verharrte, vollzog sich auf dem Gebiet der Graphik ein Aufbruch, der durch die modernen Medien der Kunstzeitschriften erst möglich wurde. In diesen Zeichnungen entwickelte sich eine neue Formensprache, die expressiv, überzeichnet, prägnant und dabei ästhetisch plakativ war. Die Kunstkritik der Zeit entdeckte darin den Ausdruck der Moderne.
Von Pfanni-Mädchen und glücklichen HausfrauenDer agile und vielbeschäftigte Fotograf Christian Wirth, Emmas Bruder, kennt, bedingt durch seine berufliche Tätigkeit, in und um München viele bedeutende Persönlichkeiten.
Heile Welt und harte WirklichkeitGegen Ende der 1940er Jahre entwirft Emma Wirth Illustrationen für ein Kinderbuch. Es wird nie gedruckt.
Von lachenden Kindern und weinenden TierenEmma Wirth beschäftigte sich mit Märchen- und Kinderbuchfiguren, dem Alltag und allen Arten fröhlicher, vorlauter, kranker oder trauriger Tierkinder.
Zu viert im BauwagenGut vernetzt zu sein, zahlt sich zu allen Zeiten aus.
Studium in schwierigen ZeitenAnhand ihrer Studienakte lässt sich Emmas künstlerische Entwicklung gut verfolgen.
FamilienbandeUm während der 1930er und 1940er Jahre studieren zu können, muss Emma Wirth wie alle Studierenden im Deutschen Reich einen Ahnennachweis erbringen. Diesen reicht sie am 17. April 1940 an der Akademie für angewandte Kunst in München ein.
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Die unglückliche Liebe der Georgine SteinlechnerDie Holzhauser Künstler waren begeisterte Segler. Doch ihnen fehlte oft das Geld, um die ortsansässige Steinlechner-Werft für die Wartung und Reparatur ihrer Boote zu bezahlen. Deshalb war es nicht unüblich, dass sie die Kosten stattdessen mit Bildern beglichen.
Abgesang1976, nach ihrem Rückzug von der Bühne im Alter von 52 Jahren, zieht der gefeierte Opernstar Claire Watson, alias die „Marschallin“, erleichtert Bilanz.
Leben in Holzhausen„Wiewohl Claire Watsons zweiter Mann, der Tenorkollege David Thaw, 300 Meter von ihrer Geburtsstätte entfernt das Licht der Wolkenkratzer erblickte, lernte sie ihn erst als Tatjana in einer Frankfurter Eugen-Onegin-Aufführung kennen, in der er den Lenski sang“, berichtet der Münchner Merkur 1963.
Bühnendebüt in GrazVöllig überraschend und ungeplant eröffnet sich für Claire die Chance zum Bühnendebüt am Grazer Opernhaus, nämlich in Verdis „Othello“ als Desdemona am 15. September 1951.
Ein Lebenstraum - Das SchlösslNach eigenen Plänen entworfen, wurde das Bauvorhaben mit Baumeister Johann Berchtold aus Erling realisiert.
Leben in UttingWie hat man sich Eduard Selzams Leben selbst in Utting vorzustellen?
Ehefreuden - EheleidenWährend seines Aufenthalts beim Postwirt in Unterschondorf verliebt sich Eduard Selzam in die um drei Jahre jüngere Gastwirtstochter Agathe Steininger (geb. 21.09.1862, gest. 17.05.1935).
Vom Militär zur Malerei und zur LandwirtschaftIn dem Jahrzehnt zwischen Studienbeginn (1877) und Heirat (1889) absolviert Eduard Selzam wohl zeitgleich seine militärische Ausbildung im Großherzoglichen 2. Dragoner-Regiment.
Sehnsuchtsort AmmerseeEs ist vermutlich Wilhelm Leibl, der seinen Freund an den Ammersee lockt.
Dem Militär verplichtetEduard Selzam stammt aus einer wohlhabenden hessischen Offiziersfamilie, die von den weiblichen Linien her auch in adlige Kreise hineinreicht.
MünchenMagnet für den angehenden Künstler
Jugend - Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben Die Jugend - Münchner illustrierte Wochenschrift für Kunst und Leben erschien zwischen dem 11. Januar 1896 und 25. März 1940 und gilt als eine der wichtigsten Kunst- und Literaturzeitschriften der Kaiserzeit und der Weimarer Republik.
München im DornröschenschlafKandinsky konnte der Kulturstadt München wenig abgewinnen. Ein Rückblick aus dem Jahr 1913.
Atelierhaus von Adolf Münzer brennt niederIm Januar 1980 wird das ehemalige Atelierhaus von Adolf Münzer Opfer der Flammen.
Physikertagung in HolzhausenIn Holzhausen wird Wissenschaftsgeschichte geschrieben.
SelbstbildnisseInteressanterweise wandte sich Thöny nur in zwei Phasen seines Lebens der eigenen Physiognomie zu.
Sammlung Alfred GunzenhauserDer Kunstsammler, Mäzen und Galerist Dr. Alfred Gunzenhauser lebte von 1982 bis 2015 in Holzhausen.
Würdigungen„Claire Watsons Naturstimme war von exzeptioneller Schönheit und Reinheit. Färbung und Klanggepräge erinnern mehr an mediterrane als an angloamerikanische Vorbilder (…)." (Klaus Ulrich Spiegel, 1986)
Ihrer Zeit vorausClaire Watson war eine eine emanzipierte Frau und Künstlerin, die durch manche Entscheidungen überraschte.
Die Erler BrüderFritz Erler und sein jüngerer Bruder Erich waren zeitlebens auf vielfältige Weise miteinander verbunden.
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Zwei verheerende Brände bei Eduard ThönyAm 11. April 1944 wurde das Haus von Eduard Thöny ein Raub der Flammen.
Glaspalast, MünchenDer Glaspalast in München war einer der wichtigsten Ausstellungsorte für die Münchner Kunstszene zwischen 1860 und 1930.
Brand im Atelierhaus von Fritz Erler, 1965Ein großer Teil des künstlerischen Nachlasses von Fritz Erler wurde bei dem Feuer vernichtet.
Brand im Atelierhaus von Klaus Straubinger, 1969In der Nacht vom 14. auf 15. Juni 1969 ging das Atelierhaus von Klaus Straubinger am Schmiedberg 14 in Flammen auf.
Eine Spartakistin und die DomkuppelDie "Rote Hilde" (Kramer) stand, wie andere Kinder, Modell für das Deckengemälde im Dom von St. Blasien.
GrabEine schlichte Bronzeplatte erinnert auf dem Holzhauser Friedhof an Walter und Malwine Georgi.
SchulwandtafelnGeorgi gestaltet 1906 acht Schulwandtafeln für den Verlag Ferdinand Hirt.
Werke für die TitanicNachfahren der sogenannten „Georgi Leni“, der Köchin im Hause von Wina und Walter Georgi, berichten, dass „Leni“ von der Abholung von Werken Walter Georgis für den Luxusdampfer Titanic erzählt habe.
Feldpostkarten für Bahlsen 1914 und 1915Hermann Bahlsen schätzte die Kunstgewerbebewegung und beauftragte namhafte zeitgenössische Künstler, um Plakate, Keksdosen und Postkarten für ihn zu entwerfen.
Über ThönyIn vielen Würdigungen wird Thöny wegen seiner treffsicheren, gleichermaßen entlarvend und lakonisch dargestellten Figuren als Einzelerscheinung in der Sparte Karikatur hervorgehoben. Aber es gibt auch Einwände.
Ruhe in FriedenEduard Thöny verstarb am 26. Juli 1950 im Alter von 84 Jahren in Holzhausen am Ammersee. Dort ist er auf dem Friedhof begraben. 
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Wöchentliche Karikaturen für den SimplManuskripte für den Simpl wurden mit dem Radl zur Übergabe an den Uttinger Bahnhof gebracht.
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Mit dem Fahrrad nach NordafrikaThöny unternahm mit Freunden und Künstlerkollegen aus dem Kreis des „Simplicissimus“ viele Studienreisen durch Europa und bis nach Afrika. Er war fast immer mit dem Fahrrad unterwegs.
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FreundschaftenEduard Thöny war ein vielfach musisch begabter Mann.
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Eduard Thöny alias "Leitner"Im Nachlass des Malers Kurt Kühn (1880-1957), der sich 1912 auf einem Seegrundstück in Holzhausen am Ammersee ein Haus erbaut hatte, befindet sich ein Textfragment zu einem „Holzhauser Schlüsselroman“.
Der vergessene RadiergummiOder: Ein Missgeschick entscheidet alles.
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Der LeutnantEduard Thöny lieferte für die satirische Zeitschrift „Simplicissimus“ von deren Gründung 1896 bis zur Einstellung 1944 fast wöchentlich Beiträge in Form von Zeichnungen und deckte dabei vorrangig den Bereich Militär- und Gesellschaftskritik ab.
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Claras BauernhofWährend des Ersten Weltkriegs und der kargen Nachkriegszeit verwandelte die Künstlerin Clara Ewald ihr Anwesen in Holzhausen in einen regelrechten Bauernhof.
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Die Waffen mussten wegPaul Peter Ewald, Sohn der Malerin Clara Ewald, musste noch einmal heimlich aus dem Exil in Cambridge zurück nach Holzhausen.
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Emigration und Leben im Exil„Meine Mutter konnte es nicht ertragen, untätig zu sein ..."
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Erich Erler und HolzhausenErich Erler weilte nur vergleichsweise kurz in Holzhausen am Ammersee (um 1904). Die Zeit war intensiv und anregend, die jungen Maler tauchten in die Plein Air Malerei ein, abends wurde ausgiebig gefeiert.
Das Atelier von Fritz ErlerDer Maler Fritz Erler hatte 1910 den Auftrag für drei etwa 7 Meter hohe Wandbilder für das neue Rathaus in Hannover bekommen.